Scham in der Pflege

Wenn die Gefühle Alarm schlagen

Scham betrifft PatientInnen und Pflegende gleichermaßen. Wenn sie sich in Situationen wie bei der Körperpflege, bei Nacktheit oder Hilflosigkeit schämen, kann das nicht nur unangenehm, sondern sogar schmerzhaft sein. Was Scham genau ist, warum uns dieses Gefühl so unkontrollierbar überwältigt und wie Du damit in Deinem Pflegealltag leichter umgehen kannst, erklären wir Dir hier.

Schamgefühle sind ganz natürlich. Sie entstehen, wenn der Raum der Privat- und Intimsphäre verletzt wird. Dabei empfindet jeder Mensch Scham unterschiedlich stark. In kaum einem anderen Bereich wie in der Pflege gehören solche grenzüberschreitenden Situationen jedoch zum Alltag. Von der Preisgabe persönlicher Informationen über die Hilfe bei der Intimpflege bis hin zum Toilettengang: PatientInnen können sich gedemütigt, missverstanden oder schlicht ausgeliefert fühlen.

Scham in der Pflege Toilettengang
Foto: Shutterstock/Toa55

Um eine qualitativ hochwertige Pflege zu gewährleisten, müssen Pflegende täglich Grenzen überschreiten. Hinzu kommt der anspruchsvolle Umgang mit tabuisierten Themen wie Sexualität in der Pflege. Auch dies löst Unwohlsein bei den PatientInnen aus. Daher ist viel Einfühlungsvermögen, Kommunikation und vor allem gegenseitiges Vertrauen erforderlich, um den Druck aus der jeweiligen Situation zu nehmen und Schamgefühle so weit wie möglich abzubauen. Eine Herausforderung, denn oft kennen sich PflegeempfängerInnen und Pflegende nur flüchtig.

Achtung, Grenze: So äußert sich Scham in der Pflege

Werden Schutzgrenzen überschritten und damit die Würde verletzt, sendet der Körper ein Alarmsignal in Form von Scham aus. Das bedeutet: Halt, bis hierher und nicht weiter! Wie sich das konkret äußert, ist unterschiedlich. Die Reaktionen sind unter anderem:

⦁ Erröten
⦁ Stottern
⦁ Schwitzen
⦁ Zittern
⦁ Tränen
⦁ Unruhiges Ziehen an der Kleidung
⦁ Wutanfälle und Aggressivität
⦁ Stummheit, Lähmung und Überforderung

Andere Effekte sind nicht auf den ersten Blick erkennbar. Dies können ein innerer Drang zur Flucht sein, aber auch Atemnot, Schwindel, Hitzewallungen oder Muskelverspannungen. Zu beachten ist außerdem, dass Schamgrenzen durch Medikamente oder Krankheiten wie Demenz verschoben werden oder ganz verloren gehen können. Andere wiederum sind nicht mehr in der Lage, ihre Scham zu kommunizieren. Umso wichtiger ist es, sensibel auf kleinste Anzeichen zu reagieren und so Ängste zu mindern.

Scham in der Pflege Weinen
Foto: Shutterstock/Mrmohock

In 5 Schritten leichter und würdevoller mit Scham im Pflegealltag umgehen

1. Achte auf verbale und nonverbale Reaktionen: Was ist PatientInnen unangenehm und wie lässt sich die Situation kommunikativ lösen? Gehe sensibel auf die jeweiligen Zeichen ein und sorge so für gegenseitige Entspannung.

2. Schaue genau hin, woher die Scham kommt. Jeder Mensch hat seine eigenen Erfahrungen, auf denen seine Abwehrreaktionen beruhen. Wenn zum Beispiel PatientInnen in der Vergangenheit Opfer sexueller Übergriffe waren (wie es in Kriegszeiten häufig der Fall war), ist es verständlich, dass die Intimpflege besonders schwer zu akzeptieren und mit Angst besetzt ist. Kommuniziere daher offen mit Deinem Gegenüber, um Missverständnisse und Unannehmlichkeiten zu vermeiden. Tausche Dich auch in Deinem Team über Deine Erfahrungen und belastende Situationen in der Pflege aus. Denn Du bist mit Schamgefühlen nicht allein.

3. Ressourcen nutzen: Überlasse den PatientInnen ganz nach dem Motto „So viel Hilfe wie nötig, so wenig wie möglich“ alle Aufgaben, die sie selbst noch erledigen können. Das können das Ankleiden oder auch Teile der Körperpflege sein. So trägst Du zum Erhalt der Selbstständigkeit bei und reduzierst die Scham im Pflegealltag.

4. Informiere Deine PatientInnen umfassend, indem Du ihnen Dein Vorgehen und Deine Arbeitsschritte erklärst. So schaffst Du eine vertrauensvolle Atmosphäre, in der sie sich wohl und sicher fühlen. Achte zum Beispiel bei der Körperpflege darauf, die PatientInnen nur teilweise und so weit wie nötig zu entkleiden – und schütze sie vor unangenehmen Blicken.

5. Gehe offen und aufmerksam auf die PatientInnen zu: Mit einem lockeren Gespräch zwischendurch zeigst Du Interesse und gibst Deinem Gegenüber ein gutes Gefühl. Äußern die PatientInnen darüber hinaus einen individuellen Wunsch, gehe nach Möglichkeit darauf ein. Legen sie zum Beispiel großen Wert auf eine gleichgeschlechtliche Pflege, versuche ihnen diese zu ermöglichen.

Scham in der Pflege Hilfe
Foto: Shutterstock/Shutterstock Dmytro Zinkevych

Schamgefühle in der Pflege sind nicht schön, aber schützend

Wie Angst ist auch Scham zunächst sehr unangenehm. Doch sie ist nichts Schlechtes. Denn das Gefühl hilft uns, unsere eigenen Grenzen und die unseres Gegenübers besser einzuschätzen, zu schützen und die Würde zu wahren. So können wir sensibel reagieren, miteinander kommunizieren und das Selbstwertgefühl stärken. Scham sorgt für ein gutes Miteinander zwischen PatientInnen und Pflegenden und für eine qualitativ hochwertige Pflege, die auf Respekt und Vertrauen basiert – und bei der sich alle Beteiligten wohlfühlen.

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